Notaufnahme der Kreisklinik Mindelheim
Telefon: 08261/797-0

24-Stunden Herzkatheter-Rufbereitschaft
Telefon: 08261/797-0

Notaufnahme der Kreisklinik Ottobeuren
Telefon: 08332/792-0

Rettungsleitstelle
Telefon: 112

Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Telefon: 01805-116117 (0,14 Euro/Min. aus den Festnetzen und max. 0,42 Euro/Min. aus den Mobilfunknetzen)

Schüler retten Leben

Ein Projekt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin und des Notfallzentrums der Kreiskliniken Unterallgäu - Mindelheim

Hintergrund

Entsprechend eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2014 sollen Unterrichtseinheiten zum Thema „Reanimation“ an allen weiterführenden Schulen in den 7. und 8. Klassen stattfinden, wobei auch schon jüngere Schülerinnen und Schüler in einfachen Maßnahmen wie z.B. dem Erkennen des Herz-Kreislaufstillstandes, der Alarmierung des Rettungsdienstes und dem Beginn der Herzdruckmassage unterrichtet werden können.

Hintergrund der Initiativen ist die niedrige Laienreanimationsquote in Deutschland. Diese hat in den vergangenen Jahren in Deutschland zwar leicht zugenommen, liegt jedoch mit knapp über 20 % weit unter der anderer Länder. In den Niederlanden und in Skandinavien beispielsweise werden bei teilweise mehr als 60% aller Herzkreislaufstillstände Herzdruckmassagen durch Ersthelfer vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt.

Ziel der Unterallgäuer Initiative „Schüler retten Leben“ ist die Anhebung der Laienreanimationsquote, damit die entscheidenden ersten Minuten nach einem Herzstillstand überbrückt werden können, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Nicht zuletzt wird damit die 2013 gestartete, bundesweite Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V.  und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. namens „100 pro Reanimation“ aufgegriffen. Auf deren Veranlassung wurde 2014 die Empfehlung der Kultusministerkonferenz formuliert und, um die Wichtigkeit dieses Themas noch weiter zu unterstreichen, von der WHO im Januar 2015 ein offizielles Statement zur Einführung des Wiederbelebungs-Unterrichts in den Schulunterricht publiziert.

Die "goldenen Minuten" der Wiederbelebung

Der plötzliche Herzkreislaufstillstand ist die dritthäufigste Todesursache in Industrienationen. Verschiedene Studien belegen, dass eine Erhöhung der Laienreanimationsquote zu einer Verbesserung des Überlebens von Herzkreislaufstillständen führt. Bei einem Herzkreislaufstillstand kommt es bereits nach 3-5 Minuten zu nicht mehr behebbaren Schäden des Gehirns. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vergehen in Deutschland aber ca 8-14 Minuten. Dieses kritische Zeitfenster kann nur durch die Maßnahmen von Ersthelfern überbrückt werden. Bei frühzeitigem Beginn der Herzdruckmassage kann die Rate der Überlebenden nahezu verdreifacht werden - die „goldenen Minuten“ der Wiederbelebung.

Pilotprojekt Maria Ward Realschule

2016 starteten wir in der Maria Ward Realschule Mindelheim das Pilotprojekt „Schüler retten Leben“. Alle Schülerinnen der 6. und 7. Jahrgangsstufe wurden theoretisch und praktisch in Reanimation, Absetzen eines Notrufs und zur Stabilen Seitenlage unterrichtet. 2017 fanden 2 Aktionstage statt. Dabei wurden zusätzlich die Schülerinnen der 8. Jahrgangsstufe in Wiederbelebung geschult. Seit 2018 findet der Aktionstag jährlich in der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ im September statt.

2019 wurde begonnen, weitere Schulen im Landkreis in das Projekt aufzunehmen. Im Juni fand der erste „Schüler-retten-Leben" Aktionstag am Joseph-Bernhart-Gymnasium in Türkheim statt.

Aktionstag

Im Vorfeld eines Aktionstages werden an ein bis zwei Terminen die Schulsanitäter der jeweiligen Schule in Herzdruckmassage und Anwendung eines Automatischen externen Defibrillators (AED) geschult. Diese betreuen dann ihre Mitschüler an den Übungsstationen.

Der eigentliche Aktionstag erfolgt im Rahmen des Schulunterrichts. Er beginnt mit den Schülern der 6. Jahrgangsstufe, die zunächst in einem 15-minütigem Unterricht zu Kreislaufstillstand und Wiederbelebung mit Herzdruckmassage unterrichtet werden. Danach folgt die praktische Ausbildung an zahlreichen Übungsstationen, die von den Schulsanitätern betreut werden. Zusätzlich stehen Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes unterstützend zur Seite. Weitere theoretische Inhalte sind Absetzen eines Notrufs und die stabile Seitenlage.

Danach werden die Schüler der 7. Jahrgangsstufe mit dem gleichen geschult. Hier wird allerdings zusätzlich die Anwendung eines AED gelehrt und trainiert.

Im Anschluss üben die Schüler der 8. Jahrgangsstufe, die den Unterricht ja schon zweimal durchlaufen haben erneut Herzdruckmassage und Defibrillation an den Übungsstationen.

Team

Dr. med. Manfred Nuscheler

Ärztlicher Direktor der Kreiskliniken Unterallgäu
Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Jürgen Auerhammer

Ärztlicher Leiter des Notfallzentrums der Kreisklinik Mindelheim
Oberarzt der Anästhesie

Unterstützt werden wir von Rettungsassistenten des Bayerischen Roten Kreuzes der Rettungswache Mindelheim. 

Schirmherr

Herr Landrat Hans-Joachim Weirather hat 2019 die Schirmherrschaft für das Projekt "Schüler retten Leben" übernommen.

Kontakt

Sie haben Interesse an dem Projekt "Schüler retten Leben"? Oder Sie möchten sich weiter informieren?
Dann stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!


Jürgen Auerhammer
Ärztlicher Leiter Notfallzentrum Mindelheim

Kreisklinik Mindelheim
Bad Wörishoferstr. 44
87719 Mindelheim

Tel.: 08261 / 797 6411
Mail: j.auerhammer(at)kkh.unterallgaeu.de