Notaufnahme der Kreisklinik Mindelheim
Telefon: 08261/797-0

24-Stunden Herzkatheter-Rufbereitschaft
Telefon: 08261/797-0

Notaufnahme der Kreisklinik Ottobeuren
Telefon: 08332/792-0

Rettungsleitstelle
Telefon: 112

Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Telefon: 01805-116117 (0,14 Euro/Min. aus den Festnetzen und max. 0,42 Euro/Min. aus den Mobilfunknetzen)

04.07.2018

Tipps von PD Dr. Peter Steinbigler: G'sund sei' und g'sund bleim!

Grillen im Sommer - Gesundheitsbelastung?

Dass verkohlte Wurst nicht gesund ist, fettige Soßen cholesterinhaltig sind und das Bier dazu Alkohol und Kalorien enthält, ist doch allgemein bekannt. Also was soll die Frage? Will man uns mit diesem Hinweis wieder spielverderberisch die gute Laune am schönen Grillsommerabend mit Freunden vermiesen?
Dennoch – es gibt Argumente, der Grillsaison nicht nur gesundheitsschädliche Wirkung zuzusprechen! So gibt es Daten, dass Grillen zwar die Gesundheit nicht verbessert, aber zumindest nicht ungesund sein muss. Wenn man die Lebensmittel nicht nur nach Preis sondern auch nach Qualität und Geschmack wählt, bedenkliche Zusatzstoffe vermeidet, Fleisch, Fisch und Gemüse nicht verbrennen lässt und lieber länger bei niedrigen Temperaturen mit wenig Rauch grillt, schadet man sich zumindest nicht. Wer zudem Alufolien eher meidet, Fett und Bier nicht in die Flammen schüttet und kein gepökeltes Fleisch auf den Grillrost legt, macht hinsichtlich Gesundheit vieles richtig.
Ob Holzkohle-, Gas- oder Elektrogrills besser sind, wird viel diskutiert. Egal, entscheidendes Argument für das Grillen im Freien sei das Erlebnis, die Gemeinschaft, das Gefühl zurück in der Natur angekommen zu sein und unter Freunden Sorgen und den Alltag vergessen zu können. Ob das nun grillen, kochen oder essen am Lagerfeuer ist, sei unerheblich.
Outdoor-Cooking ist da bei eines von vielen neuen Zauberwörtern. Es soll Burnout gefährdete Menschen in die Spur zurückholen, meditativen Charakter haben und sogar behilflich sein, neue Netzwerke, also Beziehungen zu knüpfen. Je näher man dabei der absoluten Natur sei, desto besser. Am besten man sammelt vor dem eigentlichen Grillabend selbst die Beeren und Pilze, fängt den Fisch selber und hackt das Holz für das Lagerfeuer. Gemein, wer dabei denkt: „Na wer sich bis dahin noch nicht selbst vernichtet hat, dem schadet auch das verkohlte Fleisch nicht mehr“.
Solche und ähnliche Sprüche werden sicher gemacht und dabei sicher auch darüber gelacht, nach Jahren noch darüber geredet und das Gemeinschaftsgefühl gepriesen. Vor allem entsteht ein die Psyche stabilisierender und den Menschen motivierender Effekt, wenn dem Grill-Event, dem Outdoor-Cooking oder dem gemeinsamen Verzehr von Grillspeisen ein schönes Erlebnis, Ereignis oder Fest zugrunde liegt.
Auch wenn die vereinzelten Rußpartikel vielleicht schaden, so können diese letztlich in der Summe durch die gesundheitsfördernden Effekte der Glücksmomente bei einer Geburtstagsfeier, einem gemeinsamen Public Viewing oder auch dem Erlebnis eines schönen Festes, wie zum Beispiel des Frundsbergfestes wieder wett gemacht werden.
Um Missverständnisse zu umgehen, zu häufiges Grillen mit zu viel Fleisch und Alkohol ist und bleibt ungesund aber wie bei allen Giften, gilt auch für das Grillfest: Die Dosis macht es aus!

In diesem Sinne – Grillen Sie gesund!

PD Dr. Steinbigler
Chefarzt Innere Medizin,
Kreisklinik Mindelheim